
Pferderasse Lusitano
Das Lusitano Pferd ist das bekannteste und beliebteste der portugiesischen Pferderassen. Die ältesten Zeichnungen des prähistorischen Vorfahren des Lusitano Pferdes können als Höhlenmalereien in den Grotten von La Pileta (Malaga, Spanien) bewundert werden. Sie werden auf 20 000 vor Chr. datiert. Im Escoural (Alentejo, Portugal) gibt es Höhlenmalereien, die auf 17 000 vor Chr. bis auf 13 000 vor Chr. zurückreichen. Auf der Iberischen Halbinsel lebten Völker wie die Phönizier, Griechen, Punier und Römer. Die beiden erstgenannten Völker brachten nicht genug Pferde mit, um die heimischen iberischen Pferderassen wirklich substanziell zu beeinflussen. Doch nach einer Sage der Griechen sind die lusitansichen Pferde, die am Ufer des Tejo lebten, Söhne des Windes. Hierbei handelt es sich sicherlich um ein poetisch metaphorisches Bild, das uns Hinweise darauf gibt, wie das Lusitano Pferd im Altertum eingeschätzt wurde. Die Punier und Römer brachten hauptsächlich das Berber Pferd mit. Diese Tatsache lässt sich an den diversen Statuen und den Prägungen der Münzen dieser Völker ablesen, auf denen oft das konkave Profil eines Pferdekopfes abgebildet ist. Nach dem Fall des römischen Reiches an die mitteleuropäischen Klans teilten die Vandalen, Alanen und Sueben sich die Iberische Halbinsel unter sich auf. Die Vandalen und Alanan brachten Vorfahren des schweren deutschen Pferdes mit, während die Sueben, die die Kontrolle über einen groβen Teil der Iberischen Halbinsel ergriffen, Pferde mitführten, die den keltischen Pferderassen ähnelten. Später wurden sie von den Westgoten besiegt, die wiederum Vorgänger der schweren deutschen Pferderasse einführten. Den Westgoten folgten die Araber, die ihrerseits das Araber und Berber Pferd mitbrachten, welches sich mit der iberischen Pferderasse kreuzte.
Das 12. Jahrhundert in Portugal war eine Epoche in der das Pferd eine wichtige Rolle im Krieg spielte. Später begann König Johann V. (verheiratet mit Maria von Österreich, eine verehrerin der Spanischen Schule von Wien) mit der Zucht des Alter Real, eine Pferderasse, die die Eigenschaften des Lusitano Pferdes aufweist. Die Stuten und Hengste dieses Gestüts kamen aus Spanien. Die Pferde des Alter Real Gestüts wurden auch in der «Picaria Real» eingesetzt, die sich in dieser Zeit als eine Schule des Kunstreitens etabliert hat. Der Sohn des Königs Johann V., König Joseph, verhalf der Zucht des Alter Real und der Picaria Real zu neuer Blüte. Im 19. Jahrhundert wurde die Schule der Picaria Real geschlossen und im 20. Jahrhundert wurde dann die Portugiesische Schule des Kunstreitens gegründet, die von der Picaria Real inspiriert ist. Im Jahre 1885 hat Bernardo Lima in seinem Buch über portugiesische Pferderassen den Begriff Lusitano für Pferde verwendet, die in Portugal geboren und gezüchtet wurden. Im Jahre 1942 haben die Tierärzte der Landespferdezucht sich dazu entschlossen, die Bezeichnung Lusitano für Pferde zu verwenden, die in Portugal geboren, gezüchtet wurden und Eigenschaften besitzen, die es erlauben, sie in das portugiesche Zuchtbuch aufzunehmen. Offiziell gibt es die Pferderasse Lusitano seit 1967.
Auβer in Portugal besteht auch auf internationalem Niveau ein gesteigertes Interesse am reinrassigen Lusitano Pferd. Es herrscht ein besonders starkes Interesse an dieser Pferderasse in Brasilien, Frankreich und Mexiko vor. In Belgien, Deutschland, Italien, Holland, Spanien, Groβbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es das Lusitano Pferd bereits in gröβerer Zahl. Weniger verbreitet aber dennoch präsent ist das Lusitano Pferd in Ländern wie Angola, Australien, in der Tschechischen Republik, Kolumbien, Guatemala, Marokko, Monaco, Mosambik, Namibia, Nicaragua, auf den Philippinen, in Südafrika, Schweden, in der Schweiz und in Thailand.
[Portugiesische Pferderassen]
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